Wingtsun-Training, Selbstverteidigung für Frauen im Januar 23

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Selbstverteidigung – 10 Vorteile und Merkmale der Selbstverteidigung

Selbstverteidigung beschäftigt sich in erster Linie mit der Frage, wie ein Mensch Gefahrensituationen erkennen, vermeiden und sich im Ernstfall schützen kann. Im Gegensatz zum Kampfsport steht dabei nicht der sportliche Vergleich nach festgelegten Wettkampfregeln im Mittelpunkt.

Eine gute Selbstverteidigung berücksichtigt vielmehr reale Situationen, unterschiedliche körperliche Voraussetzungen und die Tatsache, dass ein Angriff außerhalb eines Trainingsraumes nicht nach sportlichen Regeln erfolgt.

1. Selbstverteidigung ist auf den Ernstfall ausgerichtet

Selbstverteidigung bereitet nicht auf einen sportlichen Wettkampf, sondern auf mögliche reale Gefahrensituationen vor.

Das verändert die Trainingsziele erheblich: Nicht Punkte, Wettkampfdauer oder ein sportlicher Sieg stehen im Vordergrund, sondern das möglichst schnelle Beenden oder Verlassen einer gefährlichen Situation.

2. Selbstverteidigung kennt keine sportlichen Wettkampfregeln

Ein tatsächlicher Angriff folgt keinem sportlichen Regelwerk. Deshalb muss Selbstverteidigung auch Situationen berücksichtigen, die in einem Kampfsportwettkampf nicht vorkommen oder dort verboten wären.

Dabei bedeutet Selbstverteidigung selbstverständlich nicht Regellosigkeit im rechtlichen Sinne. Verhältnismäßigkeit, Gefahrenvermeidung und die rechtlichen Grenzen der Notwehr gehören ebenfalls zu einem verantwortungsvollen Selbstverteidigungstraining.

3. Selbstverteidigung sollte auch mit geringer Körperkraft funktionieren

Eine gute Selbstverteidigung versucht nicht, Kraft ausschließlich mit noch größerer Kraft zu beantworten.

Technik, Timing, Körpermechanik, Positionierung und das Ausnutzen von Bewegungen des Angreifers können helfen, körperliche Nachteile möglichst gering zu halten.

Das ist besonders wichtig, wenn der Angreifer größer, kräftiger oder schwerer ist.

4. Selbstverteidigung trainiert einfache und direkte Reaktionen

Unter Stress nimmt die Fähigkeit ab, komplizierte Bewegungsabläufe zuverlässig auszuführen.

Deshalb sollte eine praxisorientierte Selbstverteidigung bevorzugt mit direkten, verständlichen und unter Belastung abrufbaren Bewegungsmustern arbeiten.

5. Selbstverteidigung beschäftigt sich auch mit unsportlichen Angriffen

Festhalten, Schubsen, Würgen, überraschende Angriffe oder Attacken aus kurzer Distanz gehören nicht zwangsläufig zum normalen Trainingsbild eines Kampfsportes.

In einer realitätsorientierten Selbstverteidigung können solche Situationen gezielt untersucht und trainiert werden.

6. Selbstverteidigung versucht längeren Bodenkampf zu vermeiden

Im sportlichen Zweikampf kann der Bodenkampf einen wichtigen Teil des Wettkampfes darstellen.

Für die Selbstverteidigung kann ein längerer Aufenthalt am Boden dagegen zusätzliche Risiken mit sich bringen – beispielsweise durch harte Untergründe oder weitere Personen.

Deshalb besteht ein wichtiges Ziel vieler Selbstverteidigungssysteme darin, möglichst handlungsfähig zu bleiben, schnell wieder aufzustehen und die Gefahrensituation verlassen zu können. Trotzdem sollte auch trainiert werden, wie man sich befreit, wenn man bereits zu Boden gebracht wurde.

7. Selbstverteidigung beginnt vor dem körperlichen Kampf

Gute Selbstverteidigung beginnt nicht erst mit dem ersten Schlag.

Aufmerksamkeit, Distanzverhalten, das Erkennen bedrohlicher Situationen, verbale Grenzen, Deeskalation und ein rechtzeitiges Verlassen einer Situation können wesentlich wichtiger sein als eine körperliche Technik.

8. Selbstverteidigung gehörte ursprünglich häufig zum Umgang mit Waffen

Historische Selbstverteidigungssysteme beschränkten sich keineswegs ausschließlich auf Schläge und Tritte.

Je nach Kultur und Epoche gehörten Schwerter, Stöcke, Speere, Messer und andere Waffen zum Kampftraining. Waffenlose Methoden und bewaffnete Kampfformen entwickelten sich teilweise nebeneinander und beeinflussten sich gegenseitig.

9. Selbstverteidigung wird auch professionell benötigt

Selbstverteidigungs- und Nahkampftechniken spielen bis heute bei Polizei, Militär und anderen Einsatzkräften eine Rolle.

Die Anforderungen solcher Berufsgruppen unterscheiden sich allerdings teilweise deutlich von der Selbstverteidigung eines Privatmenschen, da beispielsweise Festnahme, Personenschutz oder taktisches Vorgehen zusätzliche Aufgaben darstellen können.

10. Selbstverteidigung kann Sicherheit und Handlungsfähigkeit fördern

Wer Gefahrensituationen schon im Training erlebt und verschiedene Handlungsmöglichkeiten kennt, kann lernen, unter Druck strukturierter zu reagieren.

Das Ziel guter Selbstverteidigung sollte dabei nicht darin bestehen, Konflikte zu suchen, sondern sie möglichst zu vermeiden und im Ernstfall handlungsfähig zu bleiben.

Selbstverteidigung, Kampfkunst oder Kampfsport?

Die Grenzen zwischen Selbstverteidigung, Kampfkunst und Kampfsport sind fließend. Ein und dasselbe Kampfsystem kann abhängig vom Lehrer und der jeweiligen Schule sehr unterschiedlich unterrichtet werden.

Deshalb ist eine eindeutige Klassifizierung nicht immer möglich. Häufig lässt sich lediglich erkennen, welcher Schwerpunkt im jeweiligen Training gesetzt wird.

Die WingTsun-Schulen in Trier, Schweich, Wittlich und Bitburg sind in erster Linie auf praktische Selbstverteidigung ausgerichtet. Gleichzeitig verstehen wir WingTsun auch als Kampfkunst. Tradition, Körperbeherrschung sowie die körperliche und geistige Entwicklung des Trainierenden spielen deshalb ebenfalls eine wichtige Rolle.